Maya in jungen Jahren
Buddhi Maya ist Tochter eines nepalesischen Bergführers und wurde 1969 in einem kleinen Dorf am Fuße der höchsten Berge der Welt geboren. Als kleines Mädchen hatte sie im Gegensatz zu den meisten anderen Kindern ihres Dorfes die Möglichkeit, die Sir Edmund Hillary- Grundschule zu besuchen, wobei sie jeden Tag einen 1,5 Stunden langen Marsch über einen 4.000 m Pass hin und einen ebenso weiten zurück bewältigen musste! Der Ausdruck "Sherpa" bedeutet nicht "Träger" wie viele meinen, sondern es ist der Name eines vor jahrhunderten aus Tibet ausgewanderten Stammes und heißt "Volk aus dem Osten".

Ein Höhenbergsteiger aus Österreich, Rudi Postl, der in den 70er Jahren, als Expeditionen für Europäer noch seltener und teurer waren, öfters in den Himalaja fuhr, wo sich zwischen ihm und Mayas Vater eine enge Freundschaft entwickelte, lud Maya nach Österreich ein, um ihr dort eine Ausbildung zu ermöglichen und die Familie so zu unterstützen. So kam Maya 1986 im Alter von 17 Jahren zum ersten Mal nach Österreich – sie war schüchtern, verängstigt und sprach kein Wort deutsch und wenig englisch. Gemeinsam wurde erwogen, welche Schule für sie in Frage kommen würde: Sie sollte etwas lernen, das ihr in ihrer Heimat Nepal nützlich sein konnte. Zunächst fasste man eine Krankenschwesterausbildung ins Auge, eine Idee, die dann wieder verworfen wurde, weil es Buddhi Maya schien, als hätte sie keine Gabe für diesen Beruf, den sie in Katmandu ausüben hätte müssen, wo sich das nächstgelegene Krankenhaus befindet.

Maya zog es vor in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters zu treten und entschied sich für eine Ausbildung als Trekkingführerin. Dies war jener Beruf, den sie sich selbst am meisten wünschte, und Maya sich für ein Leben in Nepal am ehesten vorstellen konnte, um ihre Familie zu erhalten. Später ist sie in die Fußstapfen ihres Vaters getreten und war somit die erste nepalesische Frau, die als Trekkingführerin gearbeitet hat, was zu dieser Zeit noch sehr ungewöhnlich war. Mittlerweile betreibt Buddhi Maya ihr eigenes Trekking-Unternehmen in Katmandu und damit gelingt es ihr vielen Einwohnern ihres Heimatdorfes Arbeit zu geben. Sie ist verheiratet und lebt die Hälfte des Jahres in ihrer Heimat, die andere Hälfte in Österreich.

Rudi und Maya
Sunshine Lodge
Maya in Tracht
Maya heute